INSEKTEN – Wissenschaftliches Zeichnen

 

"Mit der Fliegenklatsche getötet, mit Mückenspray verjagt, mit dem Handtuch gefangen – ob eine gewöhnliche Alltagsfliege oder die exotische Libelle - einige hassen sie - andere lieben sie."

"Insekten; als kleines Mädchen habe ich mich oft gefragt, warum sie überhaupt existieren. Nervige Fliegen, eklige Spinnen und stechende Mücken. Eine Welt ohne sie wäre doch viel besser."

"Später lernte ich über ihre Wichtigkeit im Kreislauf der Natur. Sie sind Nahrung für viele Tiere, die indirekt auch uns ernähren. Sie ermöglichen das Leben vieler anderer Tierarten. In dieser Ausstellung wird der Fokus auf die gelegt. Die kleinen, unscheinbaren Wesen."

"Wir überwinden uns, sie genau zu betrachten. Wir wandern mit unseren Augen über ihre Oberflächen. Beobachten das Tier stundenlang durch das Okular des Mikroskops. Auf der Oberfläche dieser Tierchen eröffnen sich neue Welten. Jedes noch so dünne Härchen, die Beine und Fühler, jede Schuppe hat ihren Platz. Wir staunen über die Vielfalt an Texturen, studieren Strukturen und Proportionen und suchen Lösungen einer Übersetzung mit Tusch auf Papier. Wir üben uns in Disziplin, Fingerspitzengefühl, Geduld, Aufmerksamkeit, Konzentration – manchmal verfallen wir sogar in eine Art Meditation – vielleicht ist es auch ein bisschen Therapie."

Wissenschaftliches Zeichnen ist eine Kunst, die auf eine große Tradition zurückblickt. Solche Zeichnungen fördern die Wahrnehmung, das Erkennen, das Bestimmen und Verstehen, um die Vermittlung von Wissen zu transportieren. Oft drücken Illustrationen, was man nur schwer beschreiben kann, aus.

Die weiterführende Illustration "Nonfiction" verbindet handwerkliches Können, didaktische Geschicklichkeit und visuelle Kreativität und entwickelt intelligente, unterhaltsame und unerwartete Formen der visuellen Wissensvermittlung.

«Gerade die unscheinbaren Lebewesen geben uns einen Einblick in eine fantastische Welt.» Armin Coray, wissenschaftlicher Zeichner

 

«Wissenschaftliche Illustratoren leisten einen zentralen Beitrag zu Verständnis und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis.»

Doch wozu überhaupt noch zeichnen? Es gibt heutzutage brillante Makroobjektive, mit denen man ebenso hochaufgelöste wie scharfe Schichtfotografien aufnehmen und zusammensetzen kann, sogenannte Stackings. Zudem kann man mit Computern das Objekt drehen, wenden und heranzoomen.

Der Zeichner hingegen muss sich in das Objekt einfühlen, das er darstellen möchte. Er muss das Wesen beobachten und verstehen, er muss wissen, wie es gelebt hat.

Der Zeichner kann reduzieren und gewichten, er kann manches kräftiger zeichnen und anderes zurückdrängen. (…) Er konzentriert sich auf das Wesentliche, immer mit dem Ziel, dass der Betrachter die Details versteht, das Arttypische sieht und die Form begreift.

Ein Nachteil der Fotografie sei, dass sie alles abbilde und jedes Detail zeige. Und damit auch alles, was stören kann; alles, was nicht entscheidend ist für das Erkennen einer Art oder das Zeigen eines Phänomens. Denn darum gehe es am Ende bei einer Zeichnung: um das Erkennen, Bestimmen und Verstehen, um die Vermittlung von Wissen.

Quelle letzte Abschnitte: www.tagblatt.ch/leben/forschung-technik/dieser-basler-zeichner-ist-einer-der-letzten-seiner-art-und-fur-die-wissenschaft-unverzichtbar-ld.1336307


5SF BG 2021: Isabella Banzer, Shakira Boxler, Salomé Bühler, Flavia Dössegger, Larissa Durisch, Angelika Gort, Anouk Just, Thiviya Kanesalingam, Noah Kohler, Selina Leupi, Livia Pally, Steivan Schlegel (Patrick Blumenthal, BG-Fachlehrer)


5SF BG 2022: Ioanna Bachmann, Valentina Bricalli, Gianna Faoro, Katharina Kilchenmann, Ambra Maissen, Tanja Miteva, Laurin Renggli, Giulia Schmid, Madlaina Schweighauser, Lea Tonidandel, Rafaela Vieira da Silva (Annadora Friberg, BG-Fachlehrerin)